Allgemeines
Was ist Influenza A/H1N1?
Das Influenzavirus A/H1N1 ist ein neues menschliches Virus, das aus einer Kombination von Gensegmenten unterschiedlichen Ursprungs – Schweine-, Vogel- und Menschengene – entstanden ist. Dieses Virus wurde erstmals in Mexiko, im März 2009, entdeckt und ist von Mensch zu Mensch übertragbar.
Wie wird das Influenzavirus A/H1N1 übertragen?
Das Influenzavirus A/H1N1 wird auf folgende Weise übertragen:
- über die Luft, d.h. durch die Verbreitung des Virus durch Hustenanfälle, Niesen oder Speicheltröpfchen;
- durch unmittelbaren engen Kontakt (weniger als ein Meter) mit einer infizierten Person (Händedruck, Umarmung, Kuss);
- durch indirekten Kontakt mit Gegenständen, die von dem Kranken angefasst und damit verseucht wurden (z.B. Türgriffe, Geldscheine).
Welche Symptome treten bei Influenza A/H1N1 auf?
Bei Influenza A/H1N1 treten generell folgende Symptome auf:
- Fieber über 38 °C;
- Husten und Atembeschwerden;
- Kopfschmerzen;
- Nasenfluss;
- Glieder- und Muskelschmerzen;
- gelegentlich Durchfall und/oder Erbrechen.
Wie lange dauert die Inkubationszeit der Influenza A/H1N1?
Die Dauer zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Krankheitssymptome kann bis zu 8 Tage betragen.
Wie lange ist das Virus ansteckend?
Ein mit dem Virus infizierter Mensch kann dieses 1 Tag vor und 7 Tage nach Auftreten der Symptome übertragen.
Wie kann man sich vor Influenza A/H1N1 schützen?
Die Impfung ermöglicht es, sich selbst und seine Umgebung zu schützen.
Allgemein gesehen, ist es sinnvoll, an die elementaren Hygieneregeln zu erinnern, an einfache Verhaltensweisen, durch die das Infektionsrisiko verringert wird. Das Virus wird nämlich hauptsächlich über die Luft, jedoch auch über die Hände sowie verseuchte Gegenstände übertragen.
Es ist demnach wichtig:
- soweit wie möglich jeglichen Kontakt mit einem Kranken zu vermeiden;
- sich die Hände sorgfältig und regelmäßig während 30 Sekunden mit Seifenwasser oder Wasser-Alkohol-Lösungen zu waschen;
- beim Husten oder Niesen Mund und Nase zu bedecken;
- beim Naseputzen, Husten oder Spucken immer ein Papiertaschentuch zu benutzen, dieses sofort nach Gebrauch wegzuwerfen und sich anschließend die Hände zu waschen.
Sind antivirale Medikamente wirksam?
Im Falle einer Infektion mit dem A/H1N1-Virus können die Symptome des Erkrankten mit zwei antiviralen Medikamenten behandelt werden: Tamiflu® und Relenza®. Die betreffenden antiviralen Medikamente werden vom Arzt, nach Stellung der Diagnose, verschrieben.
Es hat keinen Sinn, vorbeugend antivirale Medikamente zu nehmen. Wenn sie nicht richtig verabreicht werden, können diese Medikamente nicht unerhebliche Nebenwirkungen hervorrufen. Unter Umständen können sie sogar zur Bildung resistenter Stämme führen und wären somit im Falle einer Erkrankung nicht mehr wirksam.
Kann man sich durch den Verzehr von Schweinefleisch mit Influenza A/H1N1 anstecken?
Das Virus wird nicht durch den Verzehr von Schweinefleisch oder von Lebensmitteln auf Schweinefleischbasis übertragen. Das Virus wird beim Kochen (70 °C) abgetötet.

Versorgung der Kranken
An wen soll man sich beim Auftreten von Influenzasymptomen wenden?
Bei plötzlichem Fieber über 38 °C im Zusammenhang mit Influenzasymptomen wie
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Husten und Atembeschwerden;
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Kopfschmerzen;
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Schnupfen, Halsschmerzen;
-
Muskel- und Gliederschmerzen;
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Übelkeit, Erbrechen, Durchfall;
Was ist im Krankheitsfall zu tun?
Bei Krankheit soll man zu Hause bleiben, damit die Krankheit nicht auf andere übertragen wird. Es ist darauf zu achten, wieder ganz gesund zu werden, was im Prinzip erst 7 Tage nach Auftreten der Symptome der Fall ist.
Welche Hygienemaßnahmen müssen die kranke Person und die Menschen aus deren Familienumgebung einhalten?
Die kranke Person und die Menschen, die sie umgeben, haben insbesondere folgende elementare Hygienemaßnahmen zu beachten:
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Sich die Hände mehrmals täglich, auch zwischen den Fingern, während 30 Sekunden mit Seife waschen.
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Hygienisch husten, indem Sie ein Papiertaschentuch benutzen, dieses nach Gebrauch wegwerfen und sich die Hände waschen. Ist kein Papiertaschentuch in Reichweite, sollte man nicht in die Hände, sondern in die Innenseite des Ellenbogens husten bzw. niesen. Hierdurch wird eine Virusübertragung über die Hände verhindert.
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Körperkontakt wie Umarmen, Küssen, Händeschütteln usw. vermeiden.
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Gemeinsam benutzte Oberflächen (vor allem in der Küche und im Badezimmer) mit Seife oder einer Wasser-Alkohol-Lösung reinigen.
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Räume regelmäßig lüften (3- bis 4-mal täglich während 10 Minuten).

Gefährdete Personen
Welche Personengruppen sind besonders gefährdet?
Ein erhöhtes Komplikationsrisiko besteht insbesondere für:
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Personen zwischen 6 Monaten und 64 Jahren, die an einer oder mehreren schweren chronischen Krankheiten leiden (chronische Atemwegserkrankungen einschließlich Asthma; chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen; chronische Stoffwechselstörungen, darunter vor allem Diabetes; chronische Nieren- oder Leberleiden; angeborene oder erworbene Immunschwächen; chronische Nerven- oder Muskelkrankheiten; Hämoglobinopathie; oder jede sonstige Voraussetzungen, die, wie krankhafte Fettleibigkeit, einen Einfluss auf die Immunität oder Auswirkungen auf die Atemfunktion haben);
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Kinder ab 6 Monaten, die dauerhaft mit Salicylaten (Aspirin) behandelt werden;
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Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel.

Schwangere, stillende Frauen und Säuglinge
Warum sind Schwangere gefährdet?
Während einer Schwangerschaft sind mechanische und hormonelle Veränderungen festzustellen, und zwar vor allem beim Herz-Kreislauf-, beim Atmungs- und beim Immunsystem. Die Lungenkapazität nimmt ab, weil die Gebärmutter größer wird und gegen das Zwerchfell drückt. Dies stellt ein Risiko dar, da das Virus zuerst die Atemwege angreift.
All diese Veränderungen im Organismus führen dazu, dass Schwangere leichter an bestimmten Virusinfektionen und insbesondere Influenzainfektionen erkranken.
Was tun im Krankheitsfall?
Bei Schwangeren besteht die Gefahr, dass das Virus A/H1N1 zu Komplikationen führt. Aus diesem Grund wird empfohlen, sich bereits bei Auftreten der ersten Influenzasymptome sofort an den behandelnden Arzt zu wenden, um mit ihm das weitere Vorgehen festzulegen.
Können antivirale Medikamente verordnet werden?
Vor Einnahme eines Medikamentes ist stets ein Arzt zu Rate zu ziehen.
Da Schwangere zu den stärker gefährdeten Personengruppen gehören, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass sie so schnell wie möglich nach Auftreten der Symptome mit antiviralen Medikamenten behandelt werden.
Kann eine Frau, die am Virus A/H1N1 erkrankt ist, stillen?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt das Stillen, da Studien zu anderen Influenzainfektionen zeigen, dass Muttermilch für das Kind eher eine Schutzfunktion erfüllt: Durch sie werden nämlich mütterliche Antikörper übertragen und das Risiko von Atemwegserkrankungen sinkt. Allgemein ist Muttermilch die beste Nahrung für das Kind und stärkt dessen Immunabwehr.
Es wird empfohlen, beim Stillen die elementaren Hygieneregeln streng einzuhalten.
Kann ein kranker Säugling gestillt werden?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt das Stillen, da Muttermilch allgemein die beste Nahrung für das Kind ist und dessen Immunabwehr stärkt. Ein kranker Säugling soll also weiterhin gestillt werden, da der Körperkontakt mit der Mutter, die Flüssigkeitszufuhr und häufigere Mahlzeiten gut für das Kind sind.
Kann eine Frau, die ein antivirales Medikament einnimmt, weiterhin stillen?
Falls der Arzt einer stillenden Frau ein antivirales Medikament unter Berücksichtigung ihres Komplikationsrisikos verordnet, kann sie ihren Säugling weiterhin stillen.
Kann eine kranke Frau sich um ihren Säugling kümmern?
Da Kleinkinder (bis 2 Jahre) besonders leicht von dem Virus infiziert werden, wird geraten, eine gesunde Person zu bitten, sich um den Säugling zu kümmern. Ist dies nicht möglich, wird kranken Frauen empfohlen, die elementaren Hygieneregeln streng einzuhalten.

Impfung
Gibt es einen Impfstoff, mit dem man sich gegen das Influenzavirus A/H1N1 schützen kann?
Ja, es handelt sich um den Impfstoff gegen die saisonale Grippe 2010/2011, der gegen die Viren A (H1N1), A (H3N2) und B schützt. (siehe unter Saisonale Grippe, Kapitel "Impfung")
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